Egal ob Freigeist oder Stubentiger, früher oder später wird man als Katzenhalter mit dem Thema Kastration konfrontiert. Spätestens, wenn der junge Kater beginnt die Wohnung übelriechend zu markieren oder wenn das Kätzchen erstmals Ausflüge nach draußen unternehmen möchte, stellt sich die Frage: Wie funktioniert das eigentlich mit der Kastration? Und, wie wichtig ist sie eigentlich?
Vorteile
1. Kein Markieren
Unkastrierte Kater beginnen im Alter von 4-8 Monaten damit, ihre Umgebung mit Urin zu markieren. Nun beinhaltet das Revier der Kater eben auch die Wohnung ihrer Besitzer. Dies hat eine nicht unbedeutende Geruchsbelästigung und Hygieneprobleme zur Folge; markierte Kissen, Polster oder ähnliche Textilien sind oft nicht mehr zu retten. Auch der pubertierende Kater selbst beginnt, einen unangenehm strengen „Katergeruch“ zu verströmen.
Dieser Geruch, sowie das Markierverhalten selbst, schwinden kurze Zeit nach der Kastration.
2. Vermindertes Dominanzverhalten
Vor allem unkastrierte Kater, aber auch Kätzinnen, zeigen häufiger ein stark ausgeprägtes Dominanzverhalten. Unkastrierte Wohnungskatzen leben oft in angespannter Grundstimmung in einem gezwungenermaßen kleinen Revier mit festen Grenzen zusammen. Streitigkeiten um Schlaf- oder Futterplätze, beliebte Ruhe- oder Aussichtplätze oder auch die Aufmerksamkeit des Besitzers sind an der Tagesordnung.
Durch frühzeitige Kastration können solche Lebensverhältnisse oft vermieden werden, doch auch nach späterer Kastration entspannt sich die Situation meist zusehends.
3. Eingeschränkter Bewegungsradius
Unkastrierte Kater und Kätzinnen haben einen hohen Bewegungs- und Freiheitsdrang. Auch, wenn man plant, seinen Kater ausschließlich in der Wohnung zu halten, wird er jede Chance zur Flucht nutzen, um rollige, Duftnoten aussendende Freigängerkätzinnen zu erreichen.
Der Bewegungsradius von unkastrierten Katern ist sehr groß. Sie laufen kilometerweit, um die Grenzen ihres Revieres abzustecken und Kätzinnen zu finden. Oft sind sie dabei sehr unvorsichtig und werden in Autounfälle verwickelt. Selbst, wenn alles gut geht, bleiben sie mitunter tage- oder sogar wochenlang verschwunden.
Kastrierte Tiere sind sehr viel ortsgebundener.
4. Kein ungewollter Nachwuchs
Es wird kaum einen Katzenhalter geben, der kleine Kätzchen nicht süß findet. Trotzdem ist und bleibt die ungewollte Vermehrung von Katzen ein Problem.
Hat man eine ungewollt trächtig gewordene Kätzin, trägt man auf einmal die Verantwortung für mehrere Katzenleben. Die Kleinen sowie die Mutter müssen gehegt und gepflegt sowie tiermedizinisch versorgt werden, im Anschluss folgt die oft schwierige Vermittlung der Kätzchen.
Selbst, wenn all dies vorbildlich erfolgt, hat man doch letztendlich nichts anderes getan, als der wachsenden Katzenpopulation noch mehr beizutragen und somit dem Tierschutz zu schaden.
Die Population der Straßenkatzen in Deutschland kann nur geschätzt werden, beläuft sich aber mindestens auf mehrere Millionen und steigt nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes jährlich weiter an. Ein einziges intaktes Katzenpaar mit seinen Nachkommen hat rein rechnerisch das Potential, sich in 7 Jahren auf über 370.000 Katzen zu vermehren!
Eine einzige unkastrierte Kätzin kann also maßgeblich zum Anstieg der Streunerpopulation beitragen.
Unkastrierte Kater haben sogar ein noch höheres Vermehrerpotential, können sie doch nahezu unbegrenzt viele Kätzinnen decken. Die meiste Belastung hierbei trägt natürlich nicht der Halter des Katers, sondern oft unsichtbar leidende, streunende Kätzinnen, die ohne Aufsicht und Hilfe des Menschen ihre Kätzchen aufziehen müssen; oft leider erfolglos.
Von über 15 Millionen in Deutschland als Haustier gehaltenen Katern und Kätzinnen sind ca. 10% unkastriert und tragen zum Leid der Straßenkatzen bei. Übernehmen sie Verantwortung und leisten durch die Kastration Ihrer Samtpfoten einen wertvollen Beitrag zum Tierschutz.
5. Beitrag zur Gesunderhaltung
Katzen sind saisonal hormonell aktive Tiere. Zur Frühlingszeit beginnt die Rolligkeit der Katze. Wird die Katze nicht gedeckt, wird sie immer wieder rollig. Die Abstände verkürzen sich immer weiter, bis es schliesslich zur hormonell sehr belastenden Dauerrolligkeit kommt.
Diesem und Alterskrankheiten wie zum Beispiel Mammatumoren kann die Kastration Ihrer Katze vorbeugen.
Ablauf
Melden Sie Ihre Katze oder Ihren Kater gerne telefonisch bei uns zur Kastration an. In der Regel bekommen sie sehr unkompliziert noch in derselben oder der nächsten Woche einen Kastrationstermin in unserer Klinik.
Sie bringen Ihre Katze zum vereinbarten Zeitpunkt, in aller Regel morgens, in die Klinik. Das Tier sollte nüchtern sein. Es findet eine kurze Allgemeinuntersuchung statt. Ist Ihr Kätzchen munter, findet direkt im Anschluss die Kastration statt.
Ihr Tier wird dann unter Aufsicht gehalten, bis es wieder sicher aus der Narkose aufgewacht ist. Im Anschluss werden Sie telefonisch benachrichtigt und es kann ein Abholtermin vereinbart werden. Der Zeitpunkt der Abholung ist sehr individuell gestaltbar, so dass sowohl auf die Bedürfnisse Ihres Tieres als auch auf die Planung Ihres Tagesablaufs eingegangen werden kann.
Zeitpunkt
1. Kater
Kater Kastrationen empfehlen wir ab 5-6 Monaten. Markiert Ihr Stubentiger schon früher die Wohnung, oder haben Sie ein unkastriertes Paar zuhause, kann eine Kastration auch früher durchgeführt werden.
2. Kätzinnen
Die Kastration von Kätzinnen empfehlen wir in einem Alter von 6-8 Monaten. Ein früherer Zeitpunkt kann bei bereits früher einsetzender Rolligkeit gewählt werden. Generell empfiehlt es sich, die Operation mit etwas Abstand zur Rolligkeit durchzuführen.
Wichtig ist jedoch, sowohl Kater als auch Kätzin bis zur Kastration als Wohnungskatze zu halten!
Bedenken
1. Gewichtszunahme
Nach Kastration werden manche Tiere etwas ruhiger. Der Bewegungsdrang kann abnehmen. Passt man als Tierbesitzer die Futter- und Leckerlimenge nicht an, kann es durchaus zur Gewichtszunahme kommen. Glücklicherweise lässt sich dies durch Futteranpassung und ein paar extra Spieleinheiten leicht verhindern.
2. Wesensveränderung
Der Charakter Ihres Tieres wird sich nicht maßgeblich ändern. Wie bereits erwähnt, kann die Kastration aber ein etwas ruhigeres Wesen der Katze zum Vorschein bringen.
3. Wundheilungsstörung
In aller Regel verheilen die Kastrationswunden Ihres Tieres komplikationsfrei. Viele Tiere lassen sich bereits wenige Tage nach der Kastration kaum mehr anmerken, dass sie operiert wurden. Kater tragen nach der OP Halskragen, Kätzinnen Bodys (in manchen Fällen Body und Halskragen). 10 Tage nach der Kastration sind die Wunden verheilt.
Fazit
Die Kastration von Katern und Katzen bringt eigentlich nur Vorteile mit sich, und trägt bei Freigängerkatzen sogar maßgeblich zum Tierschutz bei.
Melden Sie sich bei Interesse gerne für einen Termin, oder stellen gerne bei einem Telefonat oder Besuch Ihre offen gebliebenen Fragen.




