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Einblicke in die tiermedizinische Praxis: Moritz’ Praktikumserfahrungen

Praktikant und Tiermedizinische Fachangestellte untersuchen gemeinsam eine Katze in der Tierarztpraxis.

Mein Name ist Moritz, Student der Tiermedizin im 10. Semester an der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover. Im Rahmen des praktischen Studienteils durfte ich in den vergangenen vier Wochen einen Teil meines kurativen Praktikums an der Tagestierklinik Rosenheim absolvieren.

Die Zeit meines Praktikums war für mich sehr intensiv, lehrreich und vielseitig – sowohl fachlich als auch persönlich habe ich sehr davon profitieren können. Vom ersten Tag an wurde ich herzlich ins Team aufgenommen und konnte in einer unterstützenden und zugleich selbstständigkeitsfördernden Atmosphäre lernen und mitarbeiten.

Ich erhielt die Gelegenheit, zahlreiche praktische Tätigkeiten zu übernehmen – von Blutabnahmen über eigenständig durchgeführte Untersuchungsgänge bis hin zu Besitzergesprächen im Rahmen der Sprechstunden. Besonders spannend für mich war der Einblick in die Abläufe rund um den OP. Schon nach einer kurzen Einarbeitung konnte ich in der Vorbereitung aktiv mithelfen. Unter Anleitung Intubieren, Venenkatheter legen, Prämedikationsmanagement und OP-Feld Vorbereitung wurden nach ein paar Tagen schon zur Routine für mich.

Bei vielen Operationen durfte ich direkt dabei sein und assistieren. Bei Routineeingriffen wie Kastrationen oder Zahnsanierungen durfte ich sogar selbst Hand anlegen.
Darüber hinaus hatte ich die Möglichkeit, auch bei komplexeren Fällen aus den Bereichen Orthopädie, Neurologie und Weichteilchirurgie dabei zu sein. Darunter fallen unter anderem Eingriffe wie Frakturversogungen, Hemilaminektomien, Enteroektomien oder TTAs. Diese Erlebnisse haben mein Verständnis für die chirurgische Praxis enorm erweitert und mir gezeigt, wie viel Präzision, Teamarbeit und Verantwortung in jeder einzelnen OP stecken.

Besonders in Erinnerung geblieben ist mir der Fall von Erika, einer kleinen Hündin mit Bandscheibenvorfall im Bereich der Halswirbelsäule. Bei ihr wurde eine sogenannte „Ventral Slot“-Operation durchgeführt. Selbst während dieses anspruchsvollen Eingriffs wurden mir OP-Techniken sowie die begleitende Bildgebung via CT verständlich nähergebracht, so dass ich aus diesem Fall viel mitnehmen konnte.

Ein weiterer Schwerpunkt meines Praktikums war die Stationsarbeit. Hier durfte ich die Tiere nach ihren Eingriffen weiter begleiten – von der unmittelbaren Nachsorge bis zu dem Moment, in dem sie gesund und stabil genug waren, um wieder nach Hause entlassen zu werden. Diese Kontinuität im Patientenmanagement hat mir besonders gut gefallen, da sie mir die Entwicklung der Tiere und die Wirkung unserer medizinischen Maßnahmen ganz direkt vor Augen geführt hat.

Ein eindrückliches Beispiel hierfür ist Amy, eine junge Hündin, die vom Haustierarzt mit dem Verdacht auf einen Fremdkörper in die Klinik überwiesen wurde. Diesen Verdacht konnten wir hier im Team bestätigen und den Fremdkörper operativ entfernen. Es stellte sich heraus, dass Amy eine Socke gefressen hatte. Sowohl die Operation als auch die initiale Heilungsphase verliefen problemlos, und es war ein schönes Gefühl, diese junge, aktive Hündin wieder munter in ihr zu Hause entlassen zu dürfen.

Rückblickend bin ich sehr dankbar für diese lehrreiche Zeit. Die Kombination aus praxisnaher Anleitung, eigener Verantwortung und vielfältigen medizinischen Einblicken macht dieses Praktikum für mich zu einer äußerst wertvollen Station auf meinem Weg zum fertigen Tierarzt.

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