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Der Mikrochip

Es ist ein typischer Nachmittag in unserer Tierklinik. An der Anmeldung herrscht Aufregung: Finder haben eine verletzte Katze erschöpft am Straßenrand entdeckt und zu uns in die Klinik gebracht. Was genau passiert ist, wissen sie nicht, doch eines ist klar – wir helfen so schnell wie möglich!

Bei Fundtieren ist der erste Schritt immer derselbe: Wir suchen nach einem Mikrochip. Vielleicht wartet irgendwo ein Besitzer, der sein Tier vermisst. Behutsam wird ein Lesegerät an den Nacken des Tieres gehalten – und tatsächlich: Ein Signal! Die Katze ist gechippt.

Sofort machen sich unsere engagierten Mitarbeiter auf die Suche und telefonieren verschiedene Haustierregister und Datenbanken ab. Tatsächlich kann der Besitzer ausfindig gemacht werden. Mit Hilfe des Tierregisters wird er schnell informiert und kann seine Katze nach medizinischer Versorgung in unserer Klinik abholen.

Wie funktioniert ein Mikrochip?

So unscheinbar wie ein Reiskorn, doch unglaublich wirkungsvoll: Der Mikrochip, auch Transponder genannt, wird mit einer Kanüle unter die Haut gesetzt – meist an der linken Halsseite, damit er leicht gefunden wird.

In manchen Fällen, etwa für chipgesteuerte Katzenklappen, wird er zwischen den Schulterblättern platziert. Die genaue Stelle wird im Heimtierausweis vermerkt.

Auf dem Chip ist eine 15-stellige Nummer gespeichert, zusammengesetzt aus dem Herkunftsland des Tieres, dem Hersteller des Chips und der einzigartigen Identifikationsnummer.

Der Mikrochip benötigt keine Batterie und ist somit jederzeit auslesbar. Er entsendet selbst keine Signale. Die benötigte Energie bezieht er vom Lesegerät, das mit einem elektromagnetischen Feld den Code aktiviert.

Wo sind meine Daten?

Der Chip selbst trägt nur die Identifikationsnummer – keine Namen, keine Adressen. Aus diesem Grund müssen gechippte Tiere registriert werden.

Einschlägige Haustierregister (Tasso, Findefix, Heimtierregister Deutsche Tierrettung, Heimtierdatenbank Österreich etc.) stellen diese Möglichkeit kostenlos zur Verfügung. Sie können dort Ihre Daten hinterlegen. Findet jemand Ihr Tier, meldet er es dem Register. Dieses nimmt Kontakt mit Ihnen auf oder gibt – mit Ihrer Erlaubnis – Ihre Daten direkt an die Finder weiter. So findet Ihr Liebling schnell den Weg zurück.

Sollten Sie Ihr Tier in unserer Klinik chippen lassen, übernehmen wir die Registrierung ihres Tieres gerne für Sie.

Warum sollte ich mein Tier chippen lassen?

Ein Tier ist im Nu verschwunden. Ein verspielter Hund rennt einem Eichhörnchen nach, ein Silvesterböller jagt die Katze in Panik davon, oder eine neugierige Freigängerin bleibt in einer fremden Garage stecken. In jedem dieser Fälle kann Ihr Tier von dritten Personen gefunden werden. Engagierte Finder bringen diese Tiere oft zu Tierärzten oder ins Tierheim, wo ein eventueller Mikrochip ausgelesen werden kann und das Tier zurück zu seinem Besitzer findet.

Auch für Reisen ins Ausland ist ein Mikrochip unverzichtbar. Seine weltweit einzigartige Nummer macht Ihr Tier eindeutig erkennbar. Und es gibt mehr: Innovative Thermochips messen sogar die Körpertemperatur, ersparen Ihrem Vierbeiner unangenehmes Fiebermessen und machen die Pflege im Krankheitsfall leichter. Fragen Sie uns gerne danach!

Meine Katze ist eine reine Wohnungskatze. Braucht sie einen Chip?

Ja, wir empfehlen auch Wohnungskatzen zu chippen. Auch die ruhigste Wohnungskatze kann durch eine offene Tür oder ein gekipptes Fenster entwischen. Draußen orientierungslos, findet sie selten allein zurück.

Mikrochip oder Tätowierung?

Manchen Tierbesitzern ist eine Tätowierung der Ohrinnenseite ihrer Katze lieber als ein Mikrochip, da sofort ersichtlich ist, dass die Katze gekennzeichnet ist.

Tätowierungen haben aber einige Nachteile:

  • Verblassen: Tätowierungen tendieren dazu, nach einiger Zeit unleserlich zu werden
  • Nur in Narkose möglich: Eine Tätowierung ist zu schmerzhaft, um sie im Wachzustand durchführen zu können
  • Nicht immer eindeutig: Tätowierungen bieten maximal 8 Zeichen Platz

Ein Mikrochip hingegen ist dauerhaft, schmerzarm und unverwechselbar.

Fazit

Ein Mikrochip ist ein kleiner Held mit großer Wirkung. Er schützt, verbindet und bringt verlorene Tiere zurück zu ihren Besitzern. Wir empfehlen jedem Tierbesitzer, sein Tier chippen und registrieren zu lassen, so dass es im Ernstfall zu Ihnen zurückfindet.

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